Tag-Archiv für 'technik'

Alte Leute und Technik

Die Großmutter schenkt dem Enkel einen Eipott. Dieser ist natürlich nicht sehr erfreut, da er einen iPod von seiner Oma haben wollte.
Alte Leute und Technik sind immer ein lustiges Thema, sie passen wohl genauso gut zusammen wie Öl und Wasser. Ich könnte stundenlang über meine Erfahrungen damit reden. So ruft mich meine Mutter beim surfen im Internet bei jedem Popup zur Hilfe, weil sie nicht weiss, was sie machen soll. Meine Großtante ist davon überzeugt, dass meine Schwester, eine Kommunikationsdesignerin, nicht wirklich arbeitet, sondern alles nur „aus dem Netz zieht“.

Wirklich erzählenswert ist jedoch nur die etwas verstörte Beziehung zwischen meiner Großmutter und unserem Anrufbeantworter. Diesen haben wir nämlich nicht besprochen. Wenn wir nicht anwesend sind, meldet sich die Standartansage einer wohlklingenden Telefonstimme: „Dieser Anschluss ist zur Zeit nicht erreichbar. Bitte hinterlassen sie ihre Telefonnummer und ihre Nachricht nach dem Signalton.“
Dass meine Großmutter nun öfters die Stimme einer fremden Frau zu hören bekommt, resultierte in einigen lustigen Nachrichten. Anfangs hinterlies sie nur verunsichert klingende Laute, dann begann sie mit der Frau auf dem Band zu reden.
Sie entschuldigte sich und sagte, dass sie eigentlich mit ihrer Tochter reden wolle.

Doch letzte Woche hat sie den Vogel abgeschossen. Auf das „Dieser Anschluss ist zur Zeit nicht erreichbar. Bitte hinterlassen sie ihre Telefonnummer und ihre Nachricht nach dem Signalton.“ und den darauf folgenden Piep antwortete sie nur: „Ja… Danke für den Ton.“

Generation iPod

Gestern, als ich eine Runde joggen war und wie immer für die nötige Motivation auf meinem iPod Shuffle laut Musik hörte kam es zu einem kleinen Vorfall. Ich hatte nämlich zuvor meiner Joggingplaylist neue Lieder hinzugefügt, unter anderem von einem kürzlich erworbenen Album, das im vergleich zu meiner anderen Musik sehr leise ist, weswegen ich die Lautstärke um 100% nach oben geregelt habe. Als nun aber ein Lied dieses Albums auf meinem iPod kam, war es nicht genauso laut wie die anderen Lieder, sondern gefühlt hundert mal lauter. Dabei ist es wohl nützlich zu wissen, dass ich normalerweise schon nah an der Schmerzgrenze höre um Störgeräusche wie den Verkehr der Straße, an der ich vorbeilaufe, auszublenden. Das Ganze resultierte also in einem herzinfaktwürdigem Schock und einem Pfeifton im Ohr.
Und da wurde es mir klar: Wenn es so weiter geht, bin ich in 20 Jahren taub.
Gehörschäden verschönern jede Kommunikation
Damit werde ich aber wohl nicht alleine sein. Die heutige Technik ermöglicht es einem, jederzeit und überall seine Lieblingsmusik mit sich zu tragen und sie zu hören. Dass diese Möglichkeit ausgenutzt wird, ist kein Wunder, denn Musik verschönert ja das Leben. Dass die Dauerbeschallung der Ohren aber nicht gesund ist, das wissen wir dank ausführlicher Medienbeschallung ja. Die Generation iPod (Sieht es ein, meine Lieben Antikonformistenfreunde, der iPod ist und bleibt am meisten verbreitet, egal wie gut der neue Sandisk oder iRiver ist) wird wohl an kollektiven Gehörschäden leiden.

Aber hey, es gibt auch Vorteile. In naher Zukunft wird der Absatzmarkt für Hörgeräte RIESIG. Vielleicht ist es Zeit in Hersteller davon zu investieren?