Archiv der Kategorie 'Gedanken'

Milchbrötchensucht

Ein Milchbrötchen, das von einer unglaublich langen Zunge abgeleckt wird, weil es so furchtbar lecker ist.
Milchbrötchen. Jedes mal, wenn ich an ihnen im Supermarkt vorbeilaufe, spüre ich eine unglaubliche Versuchung. „Kauf uns, wir sind lecker!“, rufen sie mir zu. Aber ich weiss, dass ich widerstehen muss. Die böse Macht des süßen, fluffigen Gebäcks darf nicht Besitz von mir ergreifen. Und doch werde ich ab und zu schwach und so landet ein Päckchen mit 12 dieser lieblichen Teigkreationen in meiner Einkaufstasche.

Auf dem Heimweg male ich mir dann aus, was ich mit ihnen anstellen werde. Vielleicht schneide ich sie auseinander und bestreiche sie mit Butter, Marmalade oder Nutella. Oder ich tunke sie in Milch bis sie ganz prall bei jedem erfrischenden Bissen tropfen. Vielleicht mache ich es auch wie meine Mutter und presse sie zusammen, bis sie nur einen Bruchteil ihrer Originalgröße haben und lasse dann jeden kleinen Happen sein Volumen und seine Aromen in meinem Mund ausbreiten. Meine Mutter ist nämlich ebenso von diesem Gebäck begeistert. Das ist wohl genetisch bedingt.

Zuhause geht es dann zur Sache. Die Folie wird gewaltsam aufgerissen und schon schnappe ich mir mir das erste Milchbrötchen. Darauf folgt das nächste und das nächste. … Und eventuell noch eins. Und dann noch eins, aber dann ist schluss. Okay ein letztes noch. Nach sechs Stück erlange ich dann meistens meine Beherrschung und meine Vernunft zurück und habe ein schlechtes Gewissen. Abgesehen von den höchstwahrscheinlich erschreckend hohen Kalorienzahlen, die ich mir wirklich garnicht erst ansehen will, ist es bestimmt nicht gesund, sich so zu ernähren. Ich habe nämlich insgesamt eine große Vorliebe für alles Keks- und Kuchenähnliches. Und wenn ich mich mit der hier beschriebenen Gier an solchen Lebensmitteln bediene, bleibt nicht mehr viel Platz für Gesundes.
Aber für seine Gene kann man ja nichts machen, also muss ich wohl damit leben… ;)

Rentnerslalom

Gestern war ich, wie ich es regelmäßig mache, eine Runde joggen. Ich hatte mich schon einmal vor dem Lauf gedehnt, machte es aber auf der Hälfte des Weges nocheinmal, so wie ich das immer mache. Dass das so am besten sei, habe ich von einem selbsternannten Laufguru in einem Sportforum gelesen. Ich legte mein rechtes Bein auf die Lehne der am Wegrand stehenden Bank und beugte mich vor um meine Zehen zu berühren. Nach zwanzig Sekunden folgte das linke Bein folgte. Als auch die andere Seite fertig war, drehte ich mich um, um bei dem Dehnen der Oberschenkelmuskeln das Bergpanorama genießen zu können und da sah ich sie.

Ein nach der Kleidung und Haarfarbe nach beurteiltes Paar im Rentenalter stand still und starr circa zweihundert Meter entfernt von mir auf der meinen Weg bald schneidenden Straße und blickte in meine Richtung. „Ach das bilde ich mir bestimmt nur ein…“, dachte ich mir und fuhr fort. Ich zog meine Ferse nach hinten, bis sie meinene Rückseite berührte und zählte.
1-2-3-4-5 „Die sehen klar in meine Richtung.“
6-7-8-9-10 „Ach, da ist bestimmt was hinter mir oder in meiner Nähe. Hmm nee, also ich sehe nichts.“
11-12-13-14-15 „Die schauen ja immernoch…“
16-17-18-19-20 „VERDAMMT WIESO STARREN DIE MICH AN?!
Augen voller Furcht, Angst, Schock und Entsetzen
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Alte Leute und Technik

Die Großmutter schenkt dem Enkel einen Eipott. Dieser ist natürlich nicht sehr erfreut, da er einen iPod von seiner Oma haben wollte.
Alte Leute und Technik sind immer ein lustiges Thema, sie passen wohl genauso gut zusammen wie Öl und Wasser. Ich könnte stundenlang über meine Erfahrungen damit reden. So ruft mich meine Mutter beim surfen im Internet bei jedem Popup zur Hilfe, weil sie nicht weiss, was sie machen soll. Meine Großtante ist davon überzeugt, dass meine Schwester, eine Kommunikationsdesignerin, nicht wirklich arbeitet, sondern alles nur „aus dem Netz zieht“.

Wirklich erzählenswert ist jedoch nur die etwas verstörte Beziehung zwischen meiner Großmutter und unserem Anrufbeantworter. Diesen haben wir nämlich nicht besprochen. Wenn wir nicht anwesend sind, meldet sich die Standartansage einer wohlklingenden Telefonstimme: „Dieser Anschluss ist zur Zeit nicht erreichbar. Bitte hinterlassen sie ihre Telefonnummer und ihre Nachricht nach dem Signalton.“
Dass meine Großmutter nun öfters die Stimme einer fremden Frau zu hören bekommt, resultierte in einigen lustigen Nachrichten. Anfangs hinterlies sie nur verunsichert klingende Laute, dann begann sie mit der Frau auf dem Band zu reden.
Sie entschuldigte sich und sagte, dass sie eigentlich mit ihrer Tochter reden wolle.

Doch letzte Woche hat sie den Vogel abgeschossen. Auf das „Dieser Anschluss ist zur Zeit nicht erreichbar. Bitte hinterlassen sie ihre Telefonnummer und ihre Nachricht nach dem Signalton.“ und den darauf folgenden Piep antwortete sie nur: „Ja… Danke für den Ton.“

Generation iPod

Gestern, als ich eine Runde joggen war und wie immer für die nötige Motivation auf meinem iPod Shuffle laut Musik hörte kam es zu einem kleinen Vorfall. Ich hatte nämlich zuvor meiner Joggingplaylist neue Lieder hinzugefügt, unter anderem von einem kürzlich erworbenen Album, das im vergleich zu meiner anderen Musik sehr leise ist, weswegen ich die Lautstärke um 100% nach oben geregelt habe. Als nun aber ein Lied dieses Albums auf meinem iPod kam, war es nicht genauso laut wie die anderen Lieder, sondern gefühlt hundert mal lauter. Dabei ist es wohl nützlich zu wissen, dass ich normalerweise schon nah an der Schmerzgrenze höre um Störgeräusche wie den Verkehr der Straße, an der ich vorbeilaufe, auszublenden. Das Ganze resultierte also in einem herzinfaktwürdigem Schock und einem Pfeifton im Ohr.
Und da wurde es mir klar: Wenn es so weiter geht, bin ich in 20 Jahren taub.
Gehörschäden verschönern jede Kommunikation
Damit werde ich aber wohl nicht alleine sein. Die heutige Technik ermöglicht es einem, jederzeit und überall seine Lieblingsmusik mit sich zu tragen und sie zu hören. Dass diese Möglichkeit ausgenutzt wird, ist kein Wunder, denn Musik verschönert ja das Leben. Dass die Dauerbeschallung der Ohren aber nicht gesund ist, das wissen wir dank ausführlicher Medienbeschallung ja. Die Generation iPod (Sieht es ein, meine Lieben Antikonformistenfreunde, der iPod ist und bleibt am meisten verbreitet, egal wie gut der neue Sandisk oder iRiver ist) wird wohl an kollektiven Gehörschäden leiden.

Aber hey, es gibt auch Vorteile. In naher Zukunft wird der Absatzmarkt für Hörgeräte RIESIG. Vielleicht ist es Zeit in Hersteller davon zu investieren?

Wieso MTV und Viva meiner Meinung nach in die Tonne gehören.

Kennt ihr das auch? Ihr habt Lust auf Musik, wollt vielleicht ein neues Musikvideo sehen und schaltet deswegen auf MTV. Dort läuft keine Musik. Also auf zu Viva. Auch keine Musik. Dabei könnte man davon ausgehen, dass man auf einem Musiksender auch mal Musik hören kann…
Aber nein, sie zeigen lieber Sendungen aus dem amerikanischen Fernsehen, die sie wohl für umsonst von Übersee kriegen und die unbezahlte Praktikanten schlecht untertiteln.
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