Wieso MTV und Viva meiner Meinung nach in die Tonne gehören.

Kennt ihr das auch? Ihr habt Lust auf Musik, wollt vielleicht ein neues Musikvideo sehen und schaltet deswegen auf MTV. Dort läuft keine Musik. Also auf zu Viva. Auch keine Musik. Dabei könnte man davon ausgehen, dass man auf einem Musiksender auch mal Musik hören kann…
Aber nein, sie zeigen lieber Sendungen aus dem amerikanischen Fernsehen, die sie wohl für umsonst von Übersee kriegen und die unbezahlte Praktikanten schlecht untertiteln.

Die größte Verarsche sind ja Datingshows wie „Flavor of Love“ oder „Rock of Love“. Wie man in der englischen Wikipedia nachlesen kann, wollen die liebesuchenden Stars nach der Show meist nichts mehr von ihrer Ausgewählten wissen. Und trotzdem heucheln sie Enttäuschung und Wut vor, wenn eins der Mädchen nur um berühmt zu werden an der Show teilnimmt, weil sie ja auf der Suche nach der wahren Liebe sind und damit ja nicht zu scherzen sei.
Ein anderer Mist sind meiner Meinung nach Sendungen wie „The Fabulous Life Of…“ oder „VH-1’s Most irgendwas“ bei denen der geneigte Zuschauer über so intressante Dinge aufgeklärt wird, wie z.B. wieviele Autos sich ein bestimmter Promi mit seinem Geld kaufen könnte oder welche Promischeidung die schokierendste war. Das das einzige Leute intressant finden, ist verständlich. Die Blueboxkommentare von C-Promis aus den USA intressieren hier jedoch niemanden.

Man kann diese Sender aber auch nicht komplett verschreien. Sendungen wie Southpark und Drawn Together wurden ordentlich lokalisiert an das deutsche Publikum gebracht. Und auch Selbstproduktionen wie „MTV Masters“, „Featuring“ oder „Game One“ sind qualitativ okay bis sehr gut und auch interessant.

Aber wenn dann mal Musik läuft, dann immer das gleiche. Jeden Tag 50 mal Lady Gaga und Konsorten. Ich will hier diese Musik nicht schelchtreden, aber es wirkt manchmal auf mich, als würden Plattenfirmen Geld bezahlen, damit von 8-20 Uhr nur ihre Lieder gespielt werden. Wenn man so wie ich z.B. hauptsächlich Indie hört, kann man eh vergessen, Musik nach seinem Geschmack zu finden. Klar gibt es ab und zu ein Lied wie Foundations von Kate Nash, dass auch der großen Menge gefällt und das dann auch öfters mal kommt, aber generell finde ich das musikalsiche Angebot langweilig.
Früher gab es ja noch so eine tolle Sendung namens „Fast Forward“, in der uns die von mir in höchsten Maßen verehrte Charlotte Roche die aller feinste Alternativmusik vorgestellt hat. Wenn man jetzt gute Musik im Fernsehen sehen will, dann mitten in der Nacht auf Tracks bei Arte, am Ende von Kulturzeit auf 3sat oder eben doch auf MTV. Allerdings Morgens um 6.

Deswegen mein Vorschlag: MTV und Viva, orientiert euch an tollen Sendern, wie Ocko. Diesen konnte ich nämlich vor ca. einem Jahr empfangen und dort hatte jede Musikrichtung seine eigene Sendung. Da gab es dann so tolle Sachen wie „Knokaut“, wo nur Indierock und Indietronic gespielt wurden oder „No Future“, wo nachts auch mal Punk gespielt wurde. Und ich habe ihn ständig gesehen, obwohl ich kein Wort Tschechisch verstehe.


1 Antwort auf „Wieso MTV und Viva meiner Meinung nach in die Tonne gehören.“


  1. 1 Thomas 02. August 2009 um 17:29 Uhr

    Ach ja, Musikfernsehen. Letztes Jahr habe ich eine Zeit lang immer wieder NRJ Hits eingeschaltet. Die Musik hätte besser sein können, es lief aber tatsächlich Musik und man hatte das Gefühl, das tatsächlich Leute dahinter stehen, und zwar die selben Leute, die auch hinter den NRJ-Radiosendern stehen. Den Sender gibt es blöderweise jetzt nur noch in Frankreich, oder zumindest nicht mehr auf dem deutschen ASTRA-Sat. Es gibt noch eine online-Version davon. Eine billige, die aus etwa 7 Liedern, die in der gleichen Reihenfolge wieder und wieder wiederholt werden.

    MTV. VIVA. Die denken wohl, sie kriegen dadurch mehr Zuschauer. Das könnte sogar stimmen, im Zeitalter von YouTube und iPod…

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